02.03.05


Aussenbeleuchtungskatastrophe

Es war ein sehr kalter Tag. Das alleine hätte mich abschrecken sollen.....

Nachdem ich frohen Mutes zur Tat schritt, und ein Brett am Zaun erfolgreich - und ohne Zwischenfälle - erneuerte, befiel mich der Übermut. Der Volksmund sagt: Übermut tut selten gut.

Ich stand also im Garten, und dachte: Och. Da kannste ja mal eben.

Gesagt, getan.

Die neue Wegbeleuchtung war fällig.
Mein Heimwerkerhirn spulte blitzschnell die Planung durch, und ich ging hochmotiviert an die Arbeit.

Aufgabe: Eine Aussenleuchte an der Garagenwand anbringen, damit sie den Weg daneben beleuchtet. Also Wand mit Bohrer zur Kabeldurchführung durchdringen, und fertig.

Auf die Ausführung wäre sicherlich ein Illusionist wie David Copperfield neidisch.

Kurz nach Augenmaß die Dachoberkante fixiert - ja, genau hier muss das Loch für die Stromzufuhr durch die Wand - schön weit oben.

Das Loch gebohrt - Bohrer geht auf der anderen Seite durch - fertig.

Ein Blick in die Garage lies mich erschüttern - Kein Loch!

Wer weiss schon, wo ein beseelter Bohrer hin will.....

Das nächste Loch etwa 8 cm weiter unten fachmännisch angesetzt......hierbei sollte erwähnt werden, dass das Bohrfutter meiner Hammermaschine eigentlich nicht für so große, lange Bohrer gedacht ist. Der Bohrer ist also nur provisorisch in das komplett aufgedrehte Bohrfutter mit Gewalt eingefügt. Passt genau - etwas wackelig, aber genau.

Das erklärt mir jedenfalls auch den etwas "eierigen" Bohrvorgang. Damit gebe ich mich zufrieden. Spontanität ist hier das Zauberwort.

Fix das Loch gebohrt, und die Vorfreude treibt mich wieder in die Garage...... Kein Loch.

Die zur Hilfe gerufene Elke kann ebenfalls kein Loch erkennen, obwohl der ca. 40 cm lange Wandbohrer komplett im Loch steckt.

Meine ausgeprägten Heimwerkergene lassen mir sofort eine Lösung erscheinen: Ich hab ins Dach gebohrt.

2 mal.

Ok.

Alle guten Dinge sind drei.

Also den Bohrer etwas tiefer angesetzt, und spontan das dritte, ebenfalls recht große Loch in die Aussenwand gezaubert.

Diesmal klingt der Durchbruch anders.

Mein Weg treibt mich voller Erwartung wieder spontan in die Garage - was sehe ich?

Juhuuuu....den Bohrer.

Genau oben an der Decke erscheint er machtvoll, und doch deplaziert irgendwie.

Bei genauerer Betrachtung mit Hilfe einer Taschenlampe ( Die gesamte Beleuchtung ist witzigerweise genau jetzt abwesend ) erkenne ich, daß sich anscheinend ein wichtiges Stromkabel völlig selbstlos in den Weg des Bohrers geworfen hat. Somit ist auch das schliessen des elektrischen Garagentores spontan zu einem nicht eingeladenen Problem geworden.

Aber damit nicht genug - auch die kaum aufgebrachte Oma meldet sich verwirrt zu Wort. Angeblich ist ihr gesamter Haushalt für mich völlig unerklärlich stromlos.
Ein neulich angebrachtes Regal stellt sich plötzlich als Hindernis dar. Genau dahinter blinkt zufrieden der Bohrer. ( Regal wurde damals sicherheitshalber mit Schlagdübeln fixiert )

Ich habe dann die Abwesenheit des Stroms dazu genutzt, die Kabelenden fachmännisch mit Lüsterklemmen wieder aufeinander zuzubewegen.

Fazit:
Vorschriftsmäßiger Komplettausfall der Stromversorgung.
Aufgebrachte Oma wegen Lichtmangel.
Eingesaute Jacke, weil ich nicht komplett neben das Regal passte.
Summende Lüsterklemmen nach Wiedereintritt der Stromzufuhr.
Ein versauter Abend.
Eine ausrangierte Bohrmaschine ( der Wandbohrer sitzt jetzt überzeugend passgenau im Bohrfutter - selbst mit Gewalt ist er nicht vom austreten zu überzeugen. Kommt wohl von der aufgetretenden Vibration )

Übrigens: Die Lampe hängt noch immer nicht, weil sich daraufhin noch Probleme mit der Aussenbefestigung ergaben.
Weiterhin habe ich keine Bohrmaschine mehr, um die Befestigungslöcher zu bohren. Ich habe nur noch eine für Wand-durchbrüche.

Die zwei überschüßigen Löcher wurden vorschriftsmäßig mit Powerknete verschlossen.